Mein Kochbuch ist in der 3. Auflage erschienen

 

Es heißt "Renate Kampffmeyer - Kucki kocht!" und ist im main buch verlag - Jörg-H. B. v. Grass erschienen.  ISBN 978-3-00-036813-4 

In diesem Buch habe ich die Rezepte meiner Tante Renate Kampffmeyer und meiner Großmutter Felicitas B. v. Grass gesammelt, sie ein bisschen aufpoliert und in die Neuzeit geschubst, für Koch-Novizen leicht verständlich geschrieben und mit ein paar eigenen Rezepten sowie praktischen Tipps & Tricks gewürzt und komplettiert.

HIER können Sie einen Blick in Auszüge des Originalbuches werfen, wie es im November 2011 erschienen ist. Im Oktober 2013 erschien die zweite Auflage. Mittlerweile ist die dritte Auflage erschienen und kann am Zusatz "hoch3" erkannt werden. Es kann direkt bei mir oder im Buchhandel bestellt werden.

144 Seiten mit 189 farbigen Abbildungen, Hardcover, € 39,90

 

Vorwort zu "Renate Kampffmeyer - Kucki kocht!"

Meine Tante Renate kam als viertes von fünf Kindern meiner Großeltern Gerhard und Felicitas Behrend von Grass im Jahre 1925 in Buchenrode/ Westpreußen, etwa 50 Kilometer von Danzig entfernt, zur Welt. Liebevoll wurde sie von den Eltern und den Geschwistern Kucki oder Kuckchen genannt.

Die Familie lebte sozusagen auf „Abruf“ in einem kleinen, gemütlichen Gutshaus in Buchenrode, denn durch den verlorenen 1. Weltkrieg hatte der Völkerbund beschlossen, dass Polen einen Zugang zum Meer erhält und dieser so genannte „polnische Korridor“ war genau dort, wo die Familie Grass ihre Güter bewirtschaftete.

Wie die deutsche Geschichte Westpreußens zu Ende ging, ist den meisten wohl bekannt und die Familie musste, so wie viele andere Deutsche auch, einen Neuanfang im Westen Deutschlands starten. Renate arbeitete seit dem Kriege als OP-Schwester und war unter anderem in Heiligenhafen und Oberhausen tätig. Ihre Erziehung und ihre ausgesprochen schnelle Auffassungsgabe halfen ihr dabei die Wirren und Nöte der damaligen Zeit besser zu verarbeiten und zu überwinden als andere und so wurde aus dem Mädchen Kucki die junge, schöne und selbstbewusste Renate.

Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts lernte Renate dann den Kaufmann Kurt Kampffmeyer kennen, der durch den frühen Tod seines Vaters schon als sehr junger Mann für den Wiederaufbau der Firma verantwortlich war. Kurt verliebte sich sofort in die junge, attraktive Frau, die, wie man es zu damaliger Zeit ausdrückte, „sehr patent“ war.  Im Jahr 1956 heirateten Kurt und Renate und bildeten, wie man wiederum heute sagen würde, ein absolutes „Power-Paar“.

Über der Firma Kampffmeyer, am Hamburger Alsterufer, wohnte das Ehepaar Kampffmeyer im Penthouse, mit einem absoluten Traumblick über die Außenalster in Richtung Hotel Atlantic. Im Eheleben waren die Aufgaben klar verteilt. Kurt leitete die Firma und Renate hielt ihn den Rücken frei.  Aber schon die Aufteilung der Räumlichkeiten zeigte ganz klar wer über wem, wer oben war und wer „regierte“.

In dieser Zeit entwickelte sich Renate zur perfekten Gastgeberin, die ihre Aufgabe absolut verinnerliche und mit völliger Hingabe und Liebe zum Detail perfektionierte. Bei einem Mann wie meinem Patenonkel Kurt konnte es nämlich schon mal passieren, dass er um kurz nach 12 Uhr mittags oben bei Kucki anrief und beiläufig vermeldete, dass man mit acht (!) Gesprächspartnern in schwierigen Verhandlung säße, man die Zeit sinnvoll nutzen wolle und nicht erst noch in ein Restaurant gehen wolle.  In etwa einer Stunde müsse dann oben das Essen für 10 Personen auf dem Tisch stehen und sie als adrette und ungestresste Gastgeberin zur Verfügung stehen. Renates Kredo seit dieser Zeit ist „Es gibt keine Probleme, es gibt nur Lösungen!“.

Kurt konnte sich hundertprozentig auf sein „Renatchen“ und darauf verlassen, das seine Gäste nicht nur eine köstliche, warme Mahlzeit im Hause der Verhandlungen erhielten, sondern auch noch die geballte Charme-Offensive der Gastgeberin und Hausfrau als warme Erinnerung mit nach Hause genommen werden konnte. Ein unschätzbarer Vorteil bei schwierigen Verhandlungen, die entsprechend immer öfter einen kulinarischen Abschluss in der obersten Etage erhielten. Denn dies ist jedem, der bisher Renates Gastfreundschaft genießen durfte, wohl am meisten aufgefallen: es gibt nicht nur etwas (obwohl - meistens etwas mehr!) zu essen, sondern als kostenlose Zugabe noch eine riesige Portion Herzlichkeit! Also was gibt es schöneres im Leben, als satt zu sein und ein warmes Herz geschenkt zu bekommen?!

Seit dem Ende der 60er Jahre war Hornsmühlen im Kreis Segeberg zunehmend das Zentrum von Renates Gastfreundschaft. Sie organisierte dort ungezählte Jagdgesellschaften und andere Groß-Events mit einer Leichtigkeit und Nonchalance, die jeder Feier eine ganz besondere Note verlieh. Es war sozusagen der „Kucki-Faktor“, denn alles was Renate anfasst wird mit Herzblut und Liebe durchgeführt und diese besondere Note spürt jeder Gast. Oder wie drückte es ein alter Freund der Familie bei einer Besprechung in schweren Zeiten mit den Banken aus: „Renate Kampffmeyer ist die einzige Frau, die ich kenne, die aus Schmierseife Pflaumenmus kochen kann!“ Danke Herr Baron! Besser kann man es nicht ausdrücken!

In den 80er Jahren geriet die Firma Kampffmeyer in unruhiges Fahrwasser und ging für die Familie unter. In dieser Zeit war Kurt bereits schwer krank. Renate bewies gerade damals jeden Tag aufs Neue, dass Kurt eine absolut loyale Lebenspartnerin in ihr hatte, die mit ihm durch dick und dünn ging. Ihr Kämpferherz, ihre Zuversicht sowie ihr ungebrochener Optimismus erhielten dem Ehepaar Kampffmeyer Hornsmühlen und Kurt den Überlebenswillen.

Die 80er Jahre gingen und mit dem neuen Jahrzehnt kam nicht nur die deutsche Wiedervereinigung, sondern auch die Chance einen Teil, der durch die Teilung verloren gegangenen Liegenschaften in Ostdeutschland zurück zu erhalten. Darüber starb Kurt im Jahre 1991. Wieder war das Kämpferherz der Frau gefragt, die in ihrem Leben schon so viel schon verloren hatte und danach immer wieder aufbauen musste.

Kucki nahm den Kampf um Kurts Vermächtnis auf. Die Banken, die ja bereits die Firma vereinnahmt hatten, trieben Renate durch alle Gerichtsinstanzen bis vor den Bundesgerichtshof. Renate siegte in jeder Instanz und bewies dennoch den ihr eigenen Großmut. Ganz im Sinne ihrer Wertevorstellungen und Erziehung bot sie den Banken nach deren endgültiger Niederlage einen fairen Vergleich an, mit dem alle mehr als gut leben konnten. Diese große Geste zeigt einen weiteren, unvergleichlichen und tiefverankerten Wesenszug dieser herzlichen Frau: eine unerschütterliche Großzügigkeit, die jeden treffen kann!

Um Renates Lebensleistung ein bisschen zu würdigen und zu ehren, hatten meine damalige Lebenspartnerin Kiki und ich die Idee der Nachwelt das zu konservieren, was schon so vielen Menschen ein Wohlgefallen, ein glückliches Gefühl und so manches zusätzliche Pfund auf den Hüften beschert hat! Nun, nach knapp zwei Jahren Arbeit ist die Sammlung mit Kuckis besten Rezepten und Tipps fertig und macht Ihnen viel Spaß beim Lesen und Nachkochen.

Mit diesem Buch möchte ich mich bei meiner Tante Kucki bedanken, dass sie immer eine große Inspiration für mich war, der ich unglaublich viel zu verdanken und das gilt nicht nur für den Bereich der Kochkunst. Entsprechend möchte ich dieses Vorwort mit dem Tischgebet beenden, das von Renate immer am Mittagstisch gesprochen wird und sie damit in diesen Dank einbeziehen:

„Danket dem Herrn, denn seine Güte wäret ewiglich. Amen“

 

Jörg-H. B. v. Grass

Frankfurt im November 2011

Auszüge aus dem Kochbuch "Renate Kampffmeyer - Kucki kocht!" finden Sie HIER.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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